Mein Blog – der schmale Grat zwischen Mitteilungsbedürfnis, therapeutischem Schreiben, Festhalten und Exhibitionismus

Wie dann alles anders kam

Eines wusste ich fix für mich: ich will keinen Hund.

So sehr ich auch in den Gauner in der Türkei verschossen bin, den ich seit seinem Welpendasein kenne: Meine Arbeit, meine Freiheit, meine Flexibilität, mein in-den-Tag-leben,  mein – mir stehen all Türen & Möglichkeiten offen – waren total ausreichend & toll für mich. Hund ohne Garten & berufstätig – wie sollte das ohnehin funktionieren? Noch dazu ein Hund, der noch nie in einem Haus oder einer Wohnung zuvor gelebt hatte, sehr groß ist und maximal „Sitz“ gegen Guzi bisher machte, wenn ihm Widerstand zu mühsam wurde…

Vor 2 Wochen war meine größte Sorge lediglich: ich hoffe, der Hund kommt über die österreichische Grenze und all meine Ausgaben waren nicht eine großzügige Spende an das Nirwana.

Jetzt lebt ein Tier nicht unerheblichen Ausmaßes bei mir. Ich gehe Gassi, ich fahre ca 45 min Umweg, um den Hund im Hort abzugeben, ich werde abrichten gehen, ich füttere, ich bin angespannt in neuen Situationen, mein Audi ist zum Tiertransporter mutiert,  ich räume Schuhe weg, die liebevoll in der Wohnung verteilt werden, ich kuschle, ich spiele, ich höre mir heulende Beschwerden an und bin 24/7 im Gedanken bei meinem Mitbewohner. Selbst die neue Arbeit steht im Fokus – wie wird das mit (m)einem Tier… Ja, ich habe eine neue Arbeit – mit kürzerem Arbeitsweg und mehr Verdienst. Beides hat sich nun quasi egalisiert. Irgendwie wie ungewollt schwanger & alleinerziehende Mutter – jedoch mit dem Vorteil rauchen & trinken zu können. 

Eine Achterbahn der Emotionen und Ängste liegen hinter mir und wäre das Tier nicht so loyal mir gegenüber und so ein Zuckerbub, ich würde mit ihm schon im nächsten Flieger in die Türkei sitzen.

Susi + ungeplante & von mir nicht gewollte/ geplante Wendungen im Leben = Hilfe, Chaos im Kopf, das Ende der mir bekannten Zivilisation ist eingeläutet.

Ich bin gespannt, wie ich die Situation in 2 Monaten sehe 🙂 & ob ich jemals lerne, das Hunzi nicht so sehr zu vermenschlichen

 

Susi

2 Gedanken zu „Wie dann alles anders kam

  1. erstens kommt es anders
    zweitens wie man denkt

    Aber: Du machst es toll und Dein Wuffi dankt es täglich aufs Neue;
    Daumen hoch

    1. danke – vorallem für den tollen Support… bin noch ein wenig ratlos, wie wir lernen, links neben mir zu sitzen und Aufmerksamkeit auf mich zu richten, aber schau’n ma mal…

Kommentare sind geschlossen.

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