Mein Blog – der schmale Grat zwischen Mitteilungsbedürfnis, therapeutischem Schreiben, Festhalten und Exhibitionismus

Ich habe einen Straßenhund.
Man würde denken, dass das Tier ein robuster Hund mit starkem Magen ist. Nicht so mein Sansli. Der hat Gastritis und so waren die letzten Wochen davon geprägt, dass er Magenschutz, Nassfutter (= Dosen schleppen) an von mir (und ich koche selbst kaum für mich) gekochtem Reis, gegart in Käsepappeltee & gedünsteten Karotten serviert bekommen hat. Meine Highlights waren: seine Hauferl genau zu analysieren und mich zu freuen, wenn diese von guter Konsistenz geprägt waren und er sich nicht übergegeben hat*.

Obwohl ich mittlerweile ALLES inkl. Activia in meinem Haushalt führe – wenn sich mein Magen kringelt – unternehme ich original nichts. Irgendwie sollte ich das mit Rangordnung, Prioritäten und so nochmals überdenken.

Die Arbeit fordert mich ziemlich zurzeit und dann noch abends, in der Dunkelheit, meist im Regen spazieren zu gehen fördert nicht gerade die gute Laune. Als dann diese Woche noch mein Touran (Familienkutsche) geliefert wurde, der zwar genial ausgestattet, aber dennoch nicht schneidig sportlich wie mein Audi** ist, habe ich kurz einmal in mich gehen müssen: ich fahre täglich 120 km, anstelle von knappen 60, um Sansli gut betreut zu wissen, ich koche für meinen Hund, organisiere meine Freizeit nach/ für ihn, komme manchmal vor Sorge um und fahre jetzt für eben diesen Hund eine Familienkutsche. Aber dann kommt Sansli, fixiert auf mich, als gäbe es kein Morgen, folgt meist beeindruckend brav, fordert seine Kuscheleinheiten ein und ist an Loyalität, reinem liebevollen Herzen kaum zu übertreffen und ich könnte fast vor Rührung weinen, auch wenn er mittlerweile angefangen hat mich anzukeppeln, wenn ihm etwas zu langsam geht. Auch brauche ich mittlerweile unserer Spazierrunden (wenn auch nicht im Regen) mehr als er und muss schon oft auch lachen; wenn er mich zB aus der Badewanne jagt und mir unbedingt was zeigen will und sei es nur „Mama schau, ich hab den Ball getötet, das Innenleben verteilt und bin sooo stolz auf meine Beute“.

Bald detoxe*** ich wieder und ich freu mich schon sehr drauf, hoffend, dass ich auch diesmal während/ danach vor Energie strotze, abgesehen davon, dass ich mit zunehmenden Alter immer schöner werde 😉

Wenn ich jetzt noch im Lotto gewinne, mir irgendwo in der Sonne ein kleines Häuschen leisten kann, ebenso wie ein großes Stück Grund in der Einöde, mit einem kleinem Bungalow hier in Österreich, dann bin ich eigentlich wunschlos glücklich.

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* Dank Tante Isa hatte er auch ein paar Tage Auszeit von jeglichem Stress, wurde mehrmals am Tag mit kleinen Rationen gefüttert und ich kann nicht genug danken: denn als alleinerziehende, berufstätige Hundemama sind die Möglichkeiten oft recht begrenzt, wenn nicht jemand großzügig mein Kalb zu sich nimmt.

** Audi steht übrigens zum Verkauf, falls wer Interesse hat!

*** ich kann jedem nur dazu raten (detox delight). Bei meinen doch sehr engmaschigen Nierenuntersuchungen, wo jedes noch so kleine Bestandteil meines Blutes analysiert wird, habe ich nach wie vor Werte wie ein Baby (bis auf die rauchbedingten erhöhten Leukozyten) und das trotz Snack getriebener, nicht so sehr ausgewogener Ernährung, Red Bull und das ein oder andere Gin Tonic/ Bier

Susi

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