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Das Alter

Ich merke einfach, dass die Akkus nicht mehr so schnell geladen werden, wie ich es gewohnt war. Nachtschichten, zu langes Aufbleiben, Genuss von Alkohol – es hängt einfach nach. Ich bewundere Menschen, die in meinem Alter sich noch bewusst für Kinder entscheiden, denn selbst der Hund, der wochenends Spazieren – wohlgemerkt erst ab 8 Uhr – einfordert, und mich eigentlich immer durchschlafen lässt – es zerrt.

Aber das Alter hat auch seine schönen Seiten. Ich bin sehr gefestigt. Weiß, was ich (nicht) will und bin reflektiert. Ich hadere nicht mehr an Dingen, sondern bin super darin, sie zu sortieren und aufzuarbeiten, wenn ich Bedarf dafür sehe. Das dauernde Rechtmachenwollen & Gefallenwollen – es ist Geschichte.

Der Ehrgeiz – der ist manchmal noch zu viel – aber auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut und da ist ja auch noch mein Hund, der mir eigentlich recht schnell ein Stopp gibt: So war unsere letzte Leistungsprüfung episch. Am Platz gegangen – jede Grundstellung hat maximal in einem gelangweilten Stehen geendet. Ablegen – Sansli musste erst den bequemsten Platz sondieren – der offensichtlich nicht bei „R“ für Rüden, sondern „H“ für Hündin war. Ablegen & Absetzen aus der Bewegung – nicht einmal der Ansatz von dem Eingeforderten, sondern konsequentes Ignorieren und lediglich ein, zwei Schritte hinter mir nachtrottend, sind wir mit 50 von 100 Punkten durchgefallen. Vermutlich auch nur deshalb, weil mir Sansli schon längere Zeit recht deutlich gemacht hat: Meine liebe Susi – wir sind ein gutes Team, wir gehen jeden Tag spazieren, ich horche, weil ich dich lieb habe. Daher reiße ich mir 2x die Woche einen Trottel runter, und mache am Abrichtplatz für mich nicht nachvollziehbare/ unwichtige Dinge, aber nur weil du nun Ehrgeiz hast und jeden Tag diese Dinge, egal wo, einforderst – heißt das nicht, dass ich die Prüfung schaffen will und werde. Vielleicht verstehst du ein Stopp, wenn ein Leistungsrichter zusieht und darüber hinaus stelle ich ab sofort deine Entscheidungen grundsätzlich in Frage. 1:0 für den Türkenbuben und für mich: zurück an den Start und neuerliches Erarbeiten unserer Grundregeln.

Aber das Alter hat auch sehr lustige Seiten: meine zunehmende Alterssichtigkeit belustigt mein Umfeld sehr, reichen meine Arme kaum mehr aus, Packungen, Handy und Co weit genug wegzuhalten, um eine Chance zu haben, die vielen kleinen schwarzen Flecken (=Buchstaben) in irgendeinen sinnstiftenden Zusammenhang zu bringen 🙂  also sollten manche SMS von mir keinen Sinn machen, es liegt daran, dass ich nicht mehr lesen kann, was ich schreibe.

 

 

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