Mein Blog – der schmale Grat zwischen Mitteilungsbedürfnis, therapeutischem Schreiben, Festhalten und Exhibitionismus

1.000 Tode sind vermutlich noch untertrieben, oder alles wird gut


22.10.2019: ich bringe meinen Hund zur OP (Stress hin und her, da ich Wirtschaftsprüfer im Haus habe und Sansli für 13:00 bestellt ist). Ärztin, mit der ich noch nie das Vergnügen hatte, referiert über „hängende Hüfte“ & man probiere das Beste. Ich verfalle, erfahre ich von einer hängenden Hüfte erstmals und dies trotz vielfacher Gespräche/ Besuche vor der OP.

Sansli – der in den letzten Wochen 3 Narkosen eher devot über sich ergehen hat lassen – wehrt sich gegen Setzen eines Zuganges herzzerreißend als gäbe es kein Morgen (klammert sich an mich und sobald wer näher kommt hüpft er selbst über Untersuchungstisch) und dann geht alles so schnell, dass Sans in meinem Schoß schlafend liegt ohne dass ich ihm alles Gute wünschen konnte und unsere letzte Aktion war, dass ich ihn in Schwitzkasten nehmen musste.

Ich werde weggeschickt mit Info OP dauert ca 3-4 Stunden im Normalfall.

6.45 h (in Worten SECHSDREIVIERTEL Stunden) später der erlösende Anruf: Es war sehr schwer, Hüfte ist aber drinnen.

Wir haben 2 Wochen in einer AirBnb Wohnung die erste Zeit gut überstanden.

10 Tage lang bin ich 2x täglich (=4 x 30 km je Tag) nach Kirchberg Thenning gepilgert, damit der Bub seine Antibiotika nimmt (ging anfangs nur, wenn er direkt aus Dose gefüttert wurde und seine Freundin auch aus der Hand gegessen hat. Die letzten Tage gingen nur mehr mit Tabletten in den Schlund schieben).

„Nebenbei“ habe ich in einem Nachtschicht-/ Wochenend-arbeits-Marathon Budget und 5 Jahresplan mit allem was dazugehört für unzählige Business Units gezaubert.

Nähte sind bei Hund mittlerweile entfernt.

Sansli geht seit Tag 2 als wäre er nie operiert worden. Nur der nackte Popo, ein schwarz blauer Fuß und eine große Narbe, sowie großer Schlafbedarf zeugen von dem Eingriff.

Erstes Kontrollröntgten sieht gut aus.

Bub hat 5 von 12 Wochen mit minimaler Bewegung und ausschließlichem Gehen an der Leine hinter sich.

Ich bin um ein mittleres Vermögen leichter & habe meine Wohnung umgebaut mit Schlaflager mitten im Wohnzimmer.

Bei seiner „Tagesmutter“ wurden von Bett die Füße abmontiert und er wird wie ein König behandelt, trägt er dort auch ausschließlich den Namen „Prinz“ und die arme Jara (großer Rotti) muss wg ihm schon sehr viel zurückstecken. Ich wüsste nicht, wie ich die Zeit ohne seine Leiheltern/-tante & große Schwester geschafft hätte.

Geht es ihm besser – für mich nicht sichtbar, ist da ja noch das kaputte Sprunggelenk. Aber zu wissen, wenigstens in Hüfte sind keine Schmerzen mehr, hilft, wobei ich jetzt hadere – Schmerzmittel für Sprunggelenk ja/nein, da ich Angst um seinen Magen und seine Nieren habe.

ABER Sansli ist gut drauf, wird immer mehr Schelm, weil ja nicht genügend Bewegung/ Training (von 2-3x pro Woche Training, ausgiebigen Spazierrunden und min 1x pro Woche langer Freilauf) auf 0 ist auch hart. Ich kann auch berichten, ohne Hund würde ich mich NÜSSE bewegen.

Jetzt heilen wir die Hüfte aus, lassen Sansli einfach mal Hund sein und vermutlich nächstes Jahr im Winter auf ein Neues  – dieses Mal das Sprunggelenk.

Jedenfalls genieße ich sehr viel Zeit mit ihm sehr bewusst und bin einfach dankbar für die Menschen, die er in mein Leben gebracht hat und wie sehr er mein Leben sortiert und verbessert hat.

Susi

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